Donnerstag, 13. Juni 2019

Natur und Nacht: Räume und Zeiten des Rückzugs und der Reflexion. Tandemvortrag von Marie-Charlotte von Lehsten und Mirna Kjorveziroska

Ein Beitrag von Sandra Hofert.

Die Nacht als eine Zeit, in der andere Regeln gelten als am Tag, eine Zeit, in der abseits des täglichen Geschehens Ruhe und Reflexion möglich werden, in der sich der Mensch zurückgeworfen auf sich selbst mit seinem Inneren auseinandersetzen kann oder in der er, losgelöst von den Blicken der Gesellschaft, von seinem Inneren überwältigt wird; eine Zeit des träumenden Schlafens oder des wachenden Grübelns, des erholsamen Rückzugs oder der hilflosen Überwältigung.

Wie diese zeitliche Kategorie der Nacht gibt es auch topologische Größen, die ähnliche Prozesse bewirken können: Eine Höhle beispielswiese bietet einen Raum, der einen zeitunabhängigen Rückzug vom äußeren Geschehen ermöglicht; sie kann einen Raum der Einsamkeit und Reflexion bieten, sie kann aber auch zwei illegitimen Liebenden eine heimliche Vereinigung im Schutz der Dunkelheit ermöglichen.

Auch das Natur-Arrangement des locus amoenus stellt einen Eigenraum mit spezifischen Gesetzen dar und kann zwei Liebenden die Vereinigung abseits der Gesellschaft erlauben. Ein zentrales Element dieses literarischen Topos ist der Baum: Er definiert den Raum in der Vertikalen (womit er das Komplement zum ebenfalls für einen solchen lieblichen Ort essentiellen horizontalen Wasserfluss darstellt) und er spendet mit seiner Baumkrone einen angenehmen Ruheplatz, geschützt vor der Sonne.

Doch ein Baum mit seiner vertikalen Ausrichtung verkörpert gleichzeitig die Option des Aufstiegs in die Baumkrone und damit die Möglichkeit, sich den Raum auf eine andere Weise anzueignen (Abb. 1). Die erhöhte Position im Baum lässt eine andere Perspektive zu, ermöglicht Distanz zum Geschehen, kann einen Raum der Reflexion darstellen, Übersicht bringen und Erkenntnis fördern.
Abb. 1: Das heimliche Treffen der Liebenden Tristan und Isolde wird von König Marke, dem Ehemann Isoldes, aus seinem Versteck in der Baumkrone heraus beobachtet und damit aufgedeckt.
Quelle: Musée du Louvre, Département des Arts décoratifs, Nr. OA 10958.


Sowohl räumliche als auch zeitliche Kategorien werden in der Literatur fruchtbar gemacht, um bestimmte Aspekte zu markieren, Deutungen zu evozieren und Szenen zu akzentuieren. Wie dies in der vormodernen Literatur funktionieren kann, haben Marie-Charlotte von Lehsten und Mirna Kjorveziroska in ihrem Vortrag „Natur und Nacht: Räume und Zeiten des Rückzugs und der Reflexion“, den sie am 6. Juni 2019 im Rahmen der Plenumssitzung des GRK 1876 gehalten haben, exemplarisch beleuchtet. Im Zentrum ihrer Überlegungen standen die Nacht als zeitliche Kategorie und der Naturraum als topologisches Konstrukt.

Wie sie anhand verschiedener Beispiele aus der griechischen Antike und der mittelhochdeutschen Literatur zeigen konnten, lassen sich bei der literarischen Konstruktion der Nacht-Zeit einerseits und des Natur-Raums (Abb. 2) andererseits zahlreiche Parallelen erkennen: In der Nacht als Zeit der Ungestörtheit und Abgeschlossenheit kommen Figuren zu Entscheidungen, so beispielsweise beschrieben in der Ilias, wo Zeus – ungestört von seiner Ehefrau Hera – einen Plan entwirft, wie Achilles geehrt und viele Griechen vernichtet werden können [vgl. Ilias, 2,1–5] – ein Plan, der letztendlich zu einem Auslöser für einen Großteil der Ilias-Handlung wird.

Und auch Naturräume können in der Literatur funktionalisiert werden, um Figuren eine bestimmte Entscheidungsfindung zu ermöglichen, so beispielsweise in Veit Warbecks Die schöne Magelone, in der Magelone auf einen Baum klettert und den Entschluss fasst, ihren Geliebten zu suchen [vgl. Magelone: Ausgabe Müller (1990), S. 651].


Abb. 2: Natur und Nacht – Raum und Zeit.
Quelle: Foto von Edmundo Sáez.


Statt Reflexion und Entscheidungsfindung können Nacht und Naturraum auch Emotionen potenzieren: Abseits der Kanalisierungsmöglichkeiten durch Handlungsmuster am Tag können in der Nacht Emotionen die am Tag vorgegebenen regelkanonischen Formen überschreiten und eskalieren, so beispielsweise bei der Trauer des Achilles um Patroklos [vgl. Ilias, 24,2–12].

Eskalieren kann die Trauer auch in bestimmten Naturräumen, so beispielsweise in Konrads von Würzburg Partonopier und Meliur, in der Partonopier abseits der höfischen Gesellschaft in einer Baumhöhle nicht nur seine Rolle als adliger Ritter aufgibt, sondern in exzessiver Trauer sogar die Grenze zum Animalischen überschreitet.

An diesen und zahlreichen weiteren Beispielen haben Mirna Kjorveziroska und Marie-Charlotte von Lehsten gezeigt, wie sich in literarischen Texten Konzepte von Reflexion und Emotionalität in unterschiedlichen Raum-Zeit-Konstellationen manifestieren können und Situationen markieren, die auch für den Rezipienten das Hinterfragen literarischer Konstruktionen ermöglichen, ein Mitfühlen mit den Figuren intensivieren und zentrale Momente der Interpretation darstellen können.


Dienstag, 28. Mai 2019

Projektvorstellung von Dr. Ulrike Steinert – „Ancient Mesopotamian medical concepts and practices: General considerations and first case studies“


Am 16. Mai 2019 gab Dr. Ulrike Steinert, Post-Doktorandin am GRK 1876, dem versammelten Plenum einen spannenden Einblick in ihre Forschung zu Konzepten in der antiken mesopotamischen Medizin.

Ulrike Steinert untersucht für ihr Projekt diagnostische, therapeutische und pharmazeutische Texte sowie Kommentare zu diesen aus dem Zeitraum des 2. und 1. Jahrtausends vor Christus. Ein zentraler Ansatz ihrer Fragestellung ist dabei die Analyse konzeptueller Metaphern, speziell solcher der Quelldomäne „Umwelt“, die in den medizinischen Texten allgegenwärtig sind.

Anders als in anderen Kulturen (man vergleiche etwa die antike griechische Vier-Säfte-Lehre) scheint sich in Mesopotamien kein umfassendes System von Korrespondenzen entwickelt zu haben, das auf Analogien zwischen Elementen des medizinischen Mikrokosmos (etwa Körperteilen oder -funktionen) und Elementen des Makrokosmos (wie Jahreszeiten, Farben oder Qualitäten wie heiß und kalt) basieren würde. Gleichwohl finden sich in der mesopotamischen Medizin zumindest Ansätze für eine solche Systematisierung: Ein spätbabylonischer Text propagiert etwa ein „Vier-Organ-System“ und im 1. Jt. v. Chr. entwickelt sich auch die sog. Astro-Medizin, die Körper und Krankheiten mit den Himmelskörpern korreliert.

Ulrike Steinert geht davon aus, dass sich in den mesopotamischen Medizintexten noch mehr Formen von Korrespondenzen finden lassen. Ihr Augenmerk liegt vor allem auf Metaphern, die sich aus Erfahrungen der natürlichen und kulturellen Umwelt speisen. Zwar wurden in der Vergangenheit bereits die Vielfältigkeit und Allgegenwärtigkeit konzeptueller Metaphern v.a. in medizinischen Beschwörungsformeln konstatiert; meist standen jedoch in Hinblick auf Konzepte von Krankheit und Heilung eher übernatürliche Faktoren wie göttlicher Zorn, Dämonen und Hexerei im Fokus der Forschung.

Zu Ulrike Steinerts zentralen Forschungsfragen gehört daher die Bestimmung der Rolle von Umwelteinflüssen (im Vergleich zu übernatürlichen Kräften) bei der Beschreibung von Krankheitsursachen. Sie untersucht dabei vor allem, welche Rolle Metaphern im Rahmen der Konzeptualisierung des kranken wie auch gesunden Körpers spielen. Ein weiterer Punkt ist die Frage, welche Verbindung zwischen dem analysierten Wissen und Konzepten vom Körper zu den verwendeten medizinischen Substanzen und therapeutischen Praktiken besteht. Im Endeffekt wird all dies dazu beitragen, die medizinischen Diagnostiken, Rezepte und Heilmittel in den untersuchten Texten besser verstehen zu können.

Verschiedene Charakteristika mesopotamischer Medizin(texte) lassen die zentrale Rolle der konzeptuellen Metaphern deutlich werden. Diese ist schon dadurch bedingt, dass das damalige Wissen über die innere Anatomie des Menschen in erster Linie aus der Beobachtung äußerer Symptome sowie aus Analogieschlüssen etwa zu tierischer Physiologie oder anderen Umweltprozessen generiert wurde.

So verwundert es kaum, dass bestimmte Basismetaphern wie KÖRPER ALS GEFÄSS oder KÖRPER ALS LANDSCHAFT überaus häufig auftreten. Bei der kulturspezifischen Ausprägung dieser Metaphern spielen Auffassungen darüber, was Krankheit ist, eine wesentliche Rolle: Eine grundlegende Vorstellung in der mesopotamischen Medizin ist die von (Ir-)Regularität, wobei für die „Regulierung“ des kranken Körpers durch die Medizin häufig Bilder der Regulation von Umweltprozessen durch kulturelle Praktiken herangezogen werden – eine Facette, die Ulrike Steinert „the body technologic“ getauft hat [FN1] (als Pendant zu dem Ausdruck „the body ecologic“ von E. Hsu 2007 [FN2]).

Abbildung 1: Haushaltsaktivitäten als Metaphern für Körperfunktionen: Utagawa Kunisada, Inshoku yôjô kagami (Japan, 19. Jh.). 
Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kunisada_-_Dietary_Life_Rules_(Inshoku_yôjô_kagami).jpg

 
Einige dieser Merkmale mesopotamischer Medizin veranschaulichte Ulrike Steinert sodann an drei interessanten Fallbeispielen.

1. Fallbeispiel:
 Der Verdauungstrakt als Bewässerungskanalsystem

Beim ersten Beispiel handelte es sich um eine Beschwörung (BAM 574 ii 46-48 + BAM 577: 1´-5´), die sich mit dem Problem kīs libbi („Zuschnürung des Bauchs“) befasst. Dort wird konstatiert, dass die Eingeweide des Patienten „voll von“ etwas, das heißt verstopft sind. Dabei werden Metaphern aufgerufen, die von den alltäglichen Erfahrungen der Mesopotamier mit ihren landwirtschaftlichen Bewässerungssystemen herstammen. Diese Kanäle mussten im Falle einer Verlandung von Arbeitern gesäubert werden, ein Vorgang, der im Text auf das Verdauungssystem übertragen wird: Der Heiler bittet eine Gruppe von Gottheiten (in anderen Beschwörungen werden sie „Töchter des (Himmelsgottes) Anu“ genannt) um Intervention bei der Krankheit. Hier fungieren die Gottheiten als Kanalarbeiterinnen, welche die Eingeweide des Patienten mit goldenen Schaufeln reinigen sollen, wobei sie ihre Anweisungen von einem „Inspektor“ des Verdauungssystems erhalten.

Der Körper wird also als eine regulierte Kulturlandschaft dargestellt, die von intelligenten und hierarchisch organisierten Wesen bewohnt wird – ein klarer Fall der Sicht des Körpers als „the body technologic“.


2. Fallbeispiel: 
Der Körper als Gefäß, Verdauung als Brauen
Eine weitere im Kontext von Verdauungsbeschwerden prominente Metapher ist die des Körpers als Gefäß. Im zweiten Fallbeispiel (BAM 574 iii 54) handelt es sich speziell um ein Brau-Gefäß. Dieses Behältnis, welches unten ein Loch besaß, durch das der Inhalt in ein weiteres Gefäß laufen konnte, wird mit dem Bauch identifiziert, und der Verdauungsprozess so mit dem Vorgang des Brauens. Zudem wird bemerkenswerterweise in dem Text die Brau-Mischung mit Wind gleichgesetzt: Dies macht deutlich, dass der Wind im Körper hier als Resultat eines natürlichen Prozesses verstanden wird, der dem Entstehen von Gasen bei der Fermentation entspricht. In vielen anderen Texten figuriert Wind hingegen als personifizierte Entität, die von außen in den Körper eindringt (vgl. das folgende Beispiel).


Abbildung 2: Der Körper als Gefäß, hier als Haus: Tobias Kohen/Toviyah Kats, Titelbild der Enzyklopädie Ma’aseh Toviyah (Venedig 1707). 
Quelle:https://en.wikipedia.org/wiki/Ma%27aseh_Toviyyah#/media/File:Houghton_Heb_7459.800_-_Ma%CA%BBa%C5%9Beh_%E1%B9%ACoviy.jpg


3. Fallbeispiel: 
Wind als Verursacher von Krankheiten
In einer anderen Beschwörung (BAM 574 iii 56-57) wird Wind als personifizierter Akteur direkt angesprochen. Er wird als „Feuer der Götter“ benannt und somit der göttlichen Sphäre zugeordnet. Zugleich ist er aber auch eine Substanz im Körper, die auf derselben Ebene wie Exkremente und Urin steht. Der Spruch soll den Wind dazu bewegen, den Körper zu verlassen, d.h. im Hintergrund steht hier vermutlich wieder eine Art Verstopfung des Verdauungssystems.

In diesem Text spiegelt sich die Ambiguität von Winden als personifizierte göttliche Entitäten (die z.B. in mythischen Erzählungen oder auf Abbildungen erscheinen) und zugleich natürliche (Körper-)Substanz (in Form von Luft, Gas, Atem). In medizinischen Texten fungieren Winde oft als Verursacher von Krankheiten; sie greifen den Körper an, dringen in ihn ein und bleiben manchmal darin gefangen, blähen den Körper auf und verursachen Hitze bzw. Fieber. Auch letztere Vorstellung (die Verbindung von Wind und Hitze/Feuer) kann aus Alltagserfahrungen heraus entstanden sein, z.B. aus dem Wissen, dass Luft beim Entfachen und Unterhalten des Feuers eine wichtige Rolle spielt.

Insgesamt zeigen Ulrike Steinerts Untersuchungen also schon jetzt die Komplexität und Vielfältigkeit der Konzepte in der mesopotamischen Medizin und machen deutlich, dass das medizinische Wissen neben seiner praktischen Seite auch eine beachtenswerte theoretische Grundlage hatte. Letztere bleibt zwar oft implizit, mit feinem forscherischem Gespür gelingt es jedoch, sie aus den Texten herauszuarbeiten.


Fußnoten:

FN 1: Ulrike Steinert (2017), „Concepts of the Female Body in Mesopotamian Gynecological Texts“, in: J.Z. Wee (Hg.), The Comparable Body: Analogy and Metaphor in Ancient Mesopotamian, Egyptian, and Greco-Roman Medicine. Leiden, 275-357.

FN 2: Elisabeth Hsu (2007), „The biological in the cultural: the five agents and the body ecologic in Chinese medicine“, in: D. Parkin/ S. Ulijaszek (Hg.), Holistic Anthropology: Emergence and Convergence. New York, 91-126.

Donnerstag, 18. April 2019

Workshop Report: Codicological and Paleographical Aspects of Islamic Manuscripts, with a Special Focus on Manuscript Notes, Berlin, March 2019

A blog post by Shahrzad Irannejad.


From March 25th to 29th 2019, I enjoyed learning a lot about a specific aspect of manuscript culture in the Islamicate world in the workshop “Codicological and Paleographical Aspects of Islamic Manuscripts, with a Special Focus on Manuscript Notes”. The workshop was organized by Staatsbibliothek zu Berlin, Freie Universität Berlin and Al-Furqan Islamic Heritage Foundation (London), and was hosted by Staatsbibliothek Berlin. This was an advanced training course designed for individuals who had already participated in an introductory course. I had recently attended such a course: “7. Alfried Krupp-Sommerkurs für Handschriftenkultur” in September 2018 in Leipzig. Having been equipped with the necessary fundamental knowledge about manuscript culture in the Islamicate tradition, in Berlin we attended theoretical lectures about manuscript notes and used manuscripts from the extensive collection of the Oriental Department of the Staatsbibliothek Berlin in several practical sessions.
Fig.1: Christoph Rauch giving us an overview of sample manuscripts from various collections held in the Orientabteilung. (Photo by Shahrzad Irannejad)
In his introduction to the course on the first day, Konrad Hirschler (Professor of Middle Eastern History, FU-Berlin), talked about the current Renaissance in Manuscript Studies and mentioned Bibliotheca arabica (Leipzig), The Cluster of Excellence Understanding Written Artefacts (Hamburg), AnonymClassic (FU Berlin) and Saadian Intellectual and Cultural Life (College de France) as example projects. To elaborate on the underlying “turns” for this renaissance, he mentioned such factors as digitization, New Philology, and material turn. Christoph Rauch, Head of the Oriental Department of the Staatsbibliothek zu Berlin, talked about the history of collectors and collections of oriental manuscripts in Germany. To conclude the first day, Sali Shahsivari (Managing Director of Al-Furqan Foundation) introduced us to the Al-Furqan Digital Library Portal
 
Fig. 2: Participants hard at work deciphering engagement notes, supervised by Konrad Hirschler. (Photos by Shahrzad Irannejad)

During the next days, Konrad Hirschler focused on transmission notes, with one session of theory and three hands-on sessions with intensive group activities. We had to read various tradition and audition notes and decipher the teacher, the number of participants, the reader, the scribe as well as the date and the place of the note and collect all the information in a shared document. As an online tool, we were introduced to Onomasticon Arabicum to check the names of individuals. In one session of theory and three hands-on sessions, Boris Liebrenz (Leipzig) shared his extensive experience about manuscript notes. He covered seals, birth and death notes, miscellanea (recipes, accounts, historical notes, biographies, autobiographicals, fatwas, poetry, fawā’id). He discussed some tools and strategies necessary in dealing with seals and notes, including familiarizing oneself with the formulae of each category of notes, looking for repetition of notes, signatures and seals, inspecting notes carefully with good light, and finally systematic collection and complete transcription of notes and seals. Furthermore, he introduced us to several of the currently available online tools: Chester Beatty Seals Database, one for seals; and the Refaiya database in Leipzig, the digital database of Staatsbibliothek Berlin, the database of Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt which provide tools for searching through manuscript notes (Manuskriptvermerke), and a Prototype for a database for oriental manuscripts and people, hosted by the University of Leipzig. 

Fig. 3: Participants reporting their findings regarding notes and seals in a session supervised by Boris Liebrenz. (Photo by Shahrzad Irannejad)

Anne Regourd, codicologist and papyrologist, walked us through waqf notes by focusing on those in Ethiopian Qur’ans. She also introduced us to the world of papers of the Islamic Manuscripts, and we inspected the papers, watermarks and countermarks on several sets of manuscripts under her supervision. Christoph Rauch reviewed the various types of collation marks and what things to take notice of. Friederike Weis (Museum für Asiatische Kunst, Berlin) introduced us to the fascinating world of supposed “Signatures” in Miniatures and gave us hints on how to try to discern reliable signatures from the otherwise. We were lucky enough to see amazing samples from the treasures kept at the Orientabteilung of the library. Fortunately for the artworks and unfortunately for us, we were not allowed to take pictures during this session. Last but definitely not least, Olly Akkerman (Freie Universität Berlin) gave us a glimpse of the world of social codicology by discussing manuscripts as objects that have a social role. As a case study, she introduced us to the social role the manuscripts held in the manuscript treasury play for the Bohra community in Gujarat. In an intriguing hand-on session, we split into several groups to reconstruct the several social lives of a “mystery manuscript” and reported to each other. 
Fig. 4: Shahrzad Irannejad reporting the findings of her group. (Photo by Luca Farina)


All in all, apart from a good overview of such codicological aspects as papyrology, the workshop gave us great insights into how manuscript notes, like ownership notes, and reader entries and collation statements, can serve as valuable sources for social and historical research, beside the actual content of the manuscript.
Fig. 5: Participants discovering exciting watermark examples. (Photo by Shahrzad Irannejad)