Montag, 7. April 2014

1. Netzwerktreffen "Natur und Kult in Anatolien" am Deutschen Archäologischen Institut (DAI) in Istanbul

Ein Beitrag von Florian Schimpf.

Bereits seit 2007 veranstaltet die Abteilung Istanbul des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) wissenschaftliche Netzwerktreffen, deren Ziel es ist, den Austausch der  Abteilung mit den Hochschulen und  Forschungseinrichtungen zu fördern. Die Treffen, die sowohl Nachwuchswissenschaftler als auch etablierte Forscher ansprechen, widmen sich jeweils einem archäologisch-kulturhistorischen Thema.

Nach den Themenschwerpunkten „Manifestationen von Macht und Herrschaft in Stadtraum und Landschaft“ (2006-2008), „Epochenwandel und historische Veränderungsprozesse in Anatolien“ (2009-2011) und „Wirtschaft als Machtbasis – Vormoderne Wirtschaftssysteme in Anatolien“ (2012-2013) wird sich das 4. Netzwerk dem Thema „Natur und Kult in Anatolien“ widmen. Grund hierfür ist ein gesteigertes Interesse der Forschung am Umgang mit heiligen Naturräumen sowie zahlreicher in den vergangenen Jahren bekannt gewordener Naturheiligtümer (u. a. in Milet, Priene und Pergamon). In mehreren Sitzungen wird sich das Netzwerk nun mit den Naturheiligtümern Anatoliens und religiös aufgeladener Natur im Altertum auseinandersetzen.

Am 21. und 22. März 2014 fand das 1. Netzwerktreffen zum Thema in Istanbul statt, an dem Florian Schimpf, Promovend und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Graduiertenkollegs, aufgrund einer engen thematischen Anbindung seines Dissertationsthemas „Mensch – Landschaft – Religion: Eine Untersuchung zur Genese, Gestaltung und Wahrnehmung heiliger Naturräume in Kleinasien“, teilnehmen konnte und künftig mitwirken wird.

Am Vormittag des 21. März fand sich der Teilnehmerkreis zur konstituierenden Sitzung in den Räumlichkeiten des DAI ein. Nach einführenden Worten durch den Direktor der Abteilung, Felix Pirson, eröffneten an diesem und dem darauf folgenden Tag mehrere impulsgebende Vorträge das Netzwerk und führten das gesamte Spektrum der beteiligten Fachgebiete vor Augen: von der Steinzeit (Klaus Schmidt) über den Vorderen Orient (Daniel Schwemer), die Klassische Antike (Katja Sporn, Ioannis Mylonopoulos, Maria Spathi, Francesco D’Andria) bis in die jüngste Vergangenheit der heutigen Türkei, vertreten durch das Orient-Institut (Sara Nur Yıldız, Raoul Motika, Alexandre Toumarkine).

Nach dieser Auftaktsitzung sind drei weitere Treffen geplant, in denen die naturheiligen Orte Anatoliens unter verschiedenen Gesichtspunkten ausführlicher beleuchtet werden. So soll die Kulturlandschaft Anatoliens über Fächer- und Epochengrenzen hinweg auf Universalität, Spezifität und Tradierung im Umgang mit religiös aufgeladener Natur untersucht und somit der Austausch des Graduiertenkollegs mit der Istanbuler Abteilung des DAI sowie vielen weiteren auf diesem Gebiet Forschung Betreibenden fortgesetzt werden.

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