Donnerstag, 13. Juli 2017

Forschungskolloquium der Altertumswissenschaften in Potsdam 04.07.2017

Ein Beitrag von Dominic Bärsch.

"Da haben Sie absolutes Glück gehabt, dass Sie am ersten Tag nach dem furchtbaren Weltuntergangswetter hierhergekommen sind!" Mit dieser Einleitung begrüßte mich Frau PD Dr. Nicola Hömke am Dienstagnachmittag auf dem wunderschönen Campus der Universität Potsdam, der noch in der letzten Woche von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht wurde.


Abb. 1: Porticus und Neues Palais (Foto: Dominic Bärsch).

Frau Hömke hatte mich vor einigen Monaten eingeladen, die Ergebnisse meiner Dissertation im dortigen Forschungskolloquium vorzustellen und mit dem Auditorium über diese zu diskutieren. Da sie selbst eine Expertin auf dem Gebiet der Ästhetik des Schrecklichen in der antiken und spätantiken Literatur ist, versprach ich mir auch zahlreiche Anregungen und Denkanstöße besonders für den Bereich der lateinischen Literatur. Diese stellte ich in meinem Vortrag "Ruet moles et machina mundi – Variationen des Weltuntergangs in der lateinischen Literatur" deshalb auch bewusst in den Vordergrund und warf nur einige Seitenblicke auf die griechischen Autoren. So wurden meine Erwartungen auch nicht enttäuscht, da sich an den Vortrag eine rege Diskussion anschloss, die mir einige interessante Anstöße lieferte, die ich in der Endphase meiner Dissertationsphase in mein Projekt einarbeiten kann. Besonders spannend gestaltete sich die Vermutung Frau Hömkes, dass es Ähnlichkeiten zwischen den antiken Narrativen eines zeitlichen Endes der Welt und eines räumlichen Endes ebendieser geben könnte. Gemeinsame Nachforschungen sollen diese These in den nächsten Wochen untermauern oder entkräften.

Nach dem eigentlichen Vortrag wurde dann noch das gemeinsame Abendessen mit einigen Teilnehmern des Kolloquiums begangen. In ausgesprochen angenehmer Atmosphäre wurden mir Einblicke in das Potsdamer Universitätsleben gewährt und akademische Anekdoten ausgetauscht.

Dieser Kurzausflug in den Norden hat mir vor allem gezeigt, dass die Universitätsstadt Potsdam eine wahre Perle ist, die oft durch die geographische Nähe zu Berlin zu Unrecht in dessen Schatten gerückt wird, sich im Gegenteil jedoch keinesfalls verstecken muss: Sie kann sowohl mit einer wunderschönen Erscheinung als auch mit ausgezeichnetem und herzlichem wissenschaftlichem Personal aufwarten.

Für die Erfahrungen, Rückmeldungen und Denkanstöße möchte ich mich einerseits bei Frau Hömke und ihren Mitarbeitern bedanken, die keine Mühen gescheut haben, meinen Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Als Abschiedsgeschenk wurde mir sogar der gerade erst erschienene Tagungsband "Bilder von dem einen Gott – Die Rhetorik des Bildes in monotheistischen Gottesdarstellungen der Spätantike" überreicht, der das Ergebnis eines interdisziplinären Arbeitsprojektes ist und wertvolle Untersuchungen zu dem Gebiet der religiösen Rhetorik bereitstellt.

Andererseits sei aber auch dem Graduiertenkolleg gedankt, das meine Reise hierhin auch mit finanziellen Mitteln anteilig unterstützt hat.

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