Dienstag, 6. September 2016

23rd International Congress of Byzantine Studies, 22. bis 27.8.2016

Ein Beitrag von Tristan Schmidt.

Vom 22. bis zum 27. August 2017 fand in Belgrad der "23rd International Congress of Byzantine Studies" statt. Unter dem Motto "Byzantium – a world of changes" trafen sich Byzantinisten aus aller Welt, um in Vorlesungen, Round Tables und Präsentationsveranstaltungen aktuelle Themen der Forschung zu Geschichte und Kultur des Byzantinischen Reiches zu diskutieren. Veranstaltungsort des alle fünf Jahre stattfindenden Kongresses war dieses Mal die serbische Hauptstadt Belgrad, deren Universität und Akademie der Wissenschaften die Räumlichkeiten stellten. Das Vortragsprogramm wurde von zahlreichen Exkursionsangeboten begleitet, die den Besuch historischer Stätten und von Ausgrabungen zur byzantinischen und mittelalterlichen serbischen Geschichte ermöglichten.
 
Das Programm bestand aus mehreren parallel stattfindenden Sektionen, die historische, philologische, kunstgeschichtliche und archäologische Themen abdeckten. Als Mitglied des Graduiertenkollegs 1876 "Frühe Konzepte von Mensch und Natur" beteiligte ich mich an einer Sektion zu Zivilrecht und kanonischem Recht in Byzanz und dem mittelalterlichen Serbien. Mein Vortrag mit dem Titel "Criticism of Venationes and Ecclesiastical Attitudes towards Hunting in the 12th Century Byzantium" beschäftigte sich mit zwei byzantinischen Kanonisten des zwölften Jahrhunderts, die in ihren Kommentaren zu den Bestimmungen der sog. Trullanischen Synode von 691/2 das Thema der öffentlichen Tierkämpfe diskutierten. Der Vortrag ging der Frage nach, inwieweit derartige Jagdspektakel im Konstantinopel des zwölften Jahrhunderts überhaupt noch stattfanden, welchen Stellenwert sie besaßen, und welchen Beitrag die beiden Kommentare zur Beantwortung dieser noch nicht restlos geklärten Frage beitragen können. Darüber hinaus kann man aus den beiden Texten weitere Informationen über die Einstellung kirchlicher Vertreter gegenüber anderen Arten der Jagd herauslesen. So war diese allein aus Gründen der Nahrungsbeschaffung durchaus als rechtschaffenes Werk angesehen. Die Einstellung der Kanonisten zur aristokratischen Jagd als Sport lässt sich weniger gut greifen. Allerdings zeigen andere Quellen aus dem Bereich der Hofrhetorik, dass sowohl weltliche als auch geistliche Autoren das Thema in ausnehmend positiver Weise schildern.

Die anschließende Diskussion sowie weiter Gesprächsmöglichkeiten während der Tagung brachten weitere Anregungen, sowohl für den aktuellen Vortrag, als auch für das Dissertationsprojekt.

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