Freitag, 3. Juli 2015

Athen: Forschungsaufenthalt 23.05.2015 bis 18.06.2015

Ein Beitrag von Sarah Prause.
 
Abb. 1: Agora und Akropolis in Athen (Foto: Sarah Prause).

Sarah Prause, die Autorin dieses Blogbeitrags, konnte vom 23.05.2015 bis 18.06.2015 dank der finanziellen Unterstützung des Graduiertenkollegs 1876 einen knapp vierwöchigen Forschungsaufenthalt in Athen verbringen (Abb. 1). Im Fokus des Forschungsaufenthaltes standen – neben vielen weiteren Aktivitäten – der Besuch einer Sonderausstellung im Museum für kykladische Kunst sowie die Sichtung einiger Objekte im Original, die den Gegenstand der Dissertation bilden.
 

Besuch der Sonderausstellung im Museum für kykladische Kunst in Athen

 
Im Museum für kykladische Kunst war bis zum 31.05.2015 die Sonderausstellung "Hygieia. Health, Illness, Treatment. From Homer to Galen" zu sehen (Abb. 2). In dieser wurden über 300 Objekte zu den Themenfeldern Gesundheit, Krankheit und Heilung in der Antike aus den verschiedensten Museen zusammengetragen und ausgestellt.
 
Abb. 2: Museum für kykladische Kunst, Sonderausstellung Hygieia (Foto: Sarah Prause).

Bereits das gesamte Ausstellungskonzept glich einer Arztpraxis; das Farbkonzept wurde von sterilen Farben dominiert, die Beschriftungen der Objekte erinnerten an die Layouts von Arzneimittelverpackungen und anstelle ihrer gewöhnlichen Uniformen trugen die Wärter Arztkittel.

Vor dieser Kulisse wurden in drei Räumen archäologische Objekte und andere Hinterlassenschaften zum Thema antike Medizin zusammengeführt und nach verschiedenen medizinischen Themengebieten ausgestellt. Auf diese Weise gelang es schnell, einen guten Überblick über das antike Verständnis von Krankheit, Gesundheit und Heilverfahren zu erhalten.

Wenn auch in einem geringeren Umfang fand nicht zuletzt das Thema Blindheit und die damit verbundenen Heilungsversuche ihren Platz in der Ausstellung. So war es mir möglich, einige der von mir in meiner Dissertation zu bearbeitenden Stücke in einem größeren Gesamtkontext eingeordnet zu betrachten. Besonders eindrucksvoll war neben den ausgestellten Augenvotiven die Darstellung auf einem korinthischen Kolonnettenkrater, der sich eigentlich im Museum von Thessaloniki befindet. In der Darstellung ist die Heilung des blinden Phineus zu erkennen. Mit diesem Stück befasste sich zuletzt ausführlich Dr. Eurdydice Kefalidou, Dozentin an der Athener Universität. Sie war es auch, die mich während eines einwöchigen Aufenthaltes in Mainz auf die Ausstellung aufmerksam machte.
 

Von Museumshopping und dem Studium relevanter Objekte ...

 
Während des Forschungsaufenthaltes stand natürlich auch die Besichtigung vieler weiterer Museen auf dem Plan. In einigen von diesen bot sich mir die Möglichkeit, für meine Dissertation relevante Stücke im Original zu studieren.

Dieser Teil der Forschungsreise kann wirklich als Highlight bezeichnet werden. Die Tatsache, dass die Objekte, mit denen man sich seit nunmehr über 1,5 Jahren beschäftigt, endlich zum Greifen nah waren, und jedes Original in aller Ruhe studiert werden konnte, war schlichtweg spannend und sehr aufschlussreich. Eine Sichtung der Objekte im Original war bzw. ist deswegen von so großer Bedeutung, da sich während der Beschäftigung mit diesen einige Probleme ergeben haben. Gerade in Bezug auf die Frage nach Ikonographie von Blindheit erwiesen sich einige der bisher zur Verfügung stehenden Fotografien bzw. Umzeichnungen in Hinblick auf die Darstellung der Augen als unzureichend.
 

Oasen der Ruhe. Die Arbeiten in den Bibliotheken des DAI, ESAG, ÖAI 

 
Sofern ich meine Zeit nicht in Museen verbrachte, nutzte ich die Möglichkeit, in den Bibliotheken des Deutschen und Österreichischen Archäologischen Instituts fern ab möglicher Ablenkungen und ungestört an meiner Dissertation arbeiten zu können (Abb. 3 und Abb. 4).
 
Abb. 3: Nationalmuseum (Foto: Sarah Prause).
Abb. 4: Arbeit am PC (Foto: Sarah Prause).



Archäologie soweit das Auge reicht!

 
Ein Besuch Athens ist ein wirkliches Muss für einen jeden Archäologen.

Neben all der Arbeit fand sich während des Aufenthaltes auch genügend Zeit, um Land und Leute kennenzulernen.

Neben den unverzichtbaren To-dos in Athen selbst, wie beispielsweise ein Aufstieg auf die Akropolis, eine Besichtigung des Kerameikos und der Agora, besuchte ich weitere, außerhalb von Athen gelegene archäologische Stätten wie beispielsweise den Aphaia-Tempel auf Aegina (Abb. 5), das antike Korinth (Abb. 6) und die archäologische Stätte von Eleusis (Abb. 7) oder den wunderschön gelegenen Poseidon-Tempel bei Kap Sounion (Abb. 8).
 
Abb. 5: Aegina, Aphaia-Tempel (Foto: Sarah Prause).

Abb. 6: Korinth (Foto: Sarah Prause).
 

Abb. 7: Eleusis, archäologische Stätte (Foto: Sarah Prause).


Abb. 8: Kap Sounion, Poseidontempel (Foto: Sarah Prause). 
 


Abseits der Wissenschaft – ein ganz besonderes Highlight


Neben vielen weiteren, kleineren Tagesausflügen soll ein ganz besonderes, nicht unbedingt archäologisches Highlight seine Erwähnung finden. Die Opernaufführung Tosca im Odeon des Herodes Atticus am Südabhang der Akropolis (also doch ein Zusammenhang mit Archäologie – wie soll es auch anders sein!). Eine wirklich wunderschöne Oper in traumhafter Kulisse (Abb. 9)!
 
Abb. 9: Oedeon des Herodes Atticus; Tosca. (Foto: Sarah Prause).
 
In Deutschland nun wieder angekommen mussten all die neuen Eindrücke erst einmal verarbeitet werden. Ich habe Vieles erlebt und Vieles gesehen. Zusammenfassend waren es eine wunderschöne Zeit und ein fantastischer Rahmen, um an meiner Dissertation zu arbeiten.

So möchte ich diese Plattform nutzen, um mich noch einmal ganz herzlich bei einigen der Personen zu bedanken, die dafür mitverantwortlich waren, dass der Aufenthalt in Athen für mich zu einem solch unvergesslichen Erlebnis geworden ist: Zunächst danke ich Dimitris Grigoropoulos (DAI), der mir im Vorfeld bei den Anträgen der Studiengenehmigungen behilflich war. Weiter bedanke ich mich bei allen Mitarbeitern des DAIs, die mich so herzlich aufgenommen haben. Hier möchte ich ganz besonders das Ehepaar Fittchen erwähnen, das mich gleich nach meiner Ankunft herzlich empfing, sowie Ioannis Adeiopoulos. In diesem Zusammenhang auch ganz besonderen Dank an Melina Rigakis, die mir von Anfang an zur Seite stand und mit welcher ich viele Tagesausflüge unternehmen durfte. Bei diesen waren außerdem dabei: Korbinian Gietl, Mirja Biehl und meine lieben Schweizer Mitbewohnerinnen der ESAG. Überhaupt ein herzliches Dankeschön an die Mitarbeiter der Institute meiner Unterkünfte des ESAG und des ÖAIs.

Nicht zu vergessen sind auch die Kuratoren, Archäologen und das Museumspersonal, die sich während der Museumsbesichtigungen liebevoll gekümmert haben und jederzeit für meine Fragen zur Verfügung standen.

Außerdem möchte ich mich bei Frau Dr. Eurydice Kefalidou bedanken, die sich die Zeit genommen hat, sich ein weiteres Mal mit mir zu treffen und über den Fortgang meiner Dissertation zu sprechen. Ebenso herzlich bedanke ich mich bei Herrn Dr. Dimosthenes Donos für ein ebenso leckeres wie üppiges Abendessen mit interessanten und anregenden Gesprächsthemen sowie für seine Hilfe und Unterstützung während meines gesamten Aufenthaltes.

Für die Möglichkeit, einen solchen Auslandsaufenthalt während meiner Dissertation wahrnehmen zu können, möchte ich mich nicht zuletzt beim GRK bedanken!

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